"Um das Problem zu lösen, benötigen wir eine Pumpe", begann der Fuchs seine Erklärung. "Nur so können wir das Wasser aus dem Fluss in den Wald transportieren."
Aha. Eine Pumpe also. Aber woher bekam man so etwas?
Hansi Hase wollte sich sofort auf den Weg in die Siedlung machen und nachsehen, ob dort vielleicht so eine Apparatur auszuborgen war. Aber wie sah so ein Ding überhaupt aus? Egal! Es galt, zu handeln und keine Zeit zu verlieren!
"Warte", hielt ihn Fred zurück. "So eine Pumpe allein nützt uns nichts. Entweder wird sie mit elektrischem Strom betrieben, den wir hier am Fluss aber nicht zur Verfügung haben. Oder sie wird manuell betrieben, aber dann wäre der Wasserdruck nicht ausreichend, um den Wald zu beregnen. Dafür brauchen wir nämlich ordentlich Druck auf den Schläuchen."
Verständnislos sahen ihn das Schaf und Herr Esel an, während Hansi Hase voller Verständnis nickte. Ja, ja, der Druck auf dem Schlauch...
"Dann brauchen wir also einen Kompressor", fragte Brumm plötzlich in die Stille.
"Kann man so sagen", antwortete Fred in Gedanken versunken. Dann sah er den Bären überrascht an. "Woher kennst du das Prinzip eines Kompressors?"
"Wenn meine liebe Kati nicht gerade Hochzeitskleidsendungen oder Krimis schaut, sehe ich, wie du bestimmt weißt, gern Bildungsfernsehen. Und da wurde neulich von einer sprechenden Maus und einem kleinen, blauen Elefanten erklärt, wie so ein Kompressor funktioniert."
"Das ist schön, lieber Brumm", sagte Fred, "aber das allein nützt uns nichts. Wir müssten schon auch wissen, wo wir uns so einen Kompressor ausborgen könnten."
"Ich weiß, wo so ein Ding steht", antworte Brumm wie nebenher und betrachtete interessiert seine rechte Vordertatze.
"Wie bitte?!", fragte der Fuchs erstaunt.
"Ich weiß, wo so ein Ding steht", wiederholte Brumm.
"Warum sagst du dass denn nicht gleich?!"
"Weil ich eben erst erfahren habe, dass wir so eine Maschine brauchen!"
"Jetzt sag schon, wo steht das Teil?", fragte der Fuchs voller Ungeduld.
"In der Siedlung. Ein Stück nach der Kurve, nahe beim Haus des dicken Mannes. Die Menschen bessern dort ein Stück Straße aus und betreiben mit dem Kompressor Presslufthämmer."
Also machten sich Fred, Hansi, Kati und Brumm nach Einbruch der Dunkelheit erneut auf den Weg in die Siedlung und inspizierten die so dringend benötigte Maschine.
An der Baustelle angelangt, behielten der Hase und das Eichhörnchen die Umgebung im Auge, damit sich der Fuchs mit dem Kompressor beschäftigen konnte.
"Ausgezeichnet", sagte er schließlich. "Wir benötigen keinen Strom. Es ist ein dieselbetriebener Kompressor. Das erleichtert die Sache sehr." Fachmännisch prüfte er noch die Füllstandsanzeige des Tanks und murmelte zufrieden: "Müsste reichen".
Als schließlich die letzten Lichter in den Häusern der Menschen verloschen waren, lösten sie die Bremse des Kompressors und dann schob der Bär die schwere Maschine vorsichtig durch die Siedlung.
"Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!", entfuhr es der Rentnerin Erna B., als sie vor dem Zubettgehen die Gardine ihres Schlafzimmerfensters zuziehen wollte und einen eher flüchtigen Blick auf die Straße warf. Direkt vor ihrem Haus sah sie einen Bären, der einen Kompressor vor sich herschob und dabei offensichtlich von einem Fuchs eingewiesen wurde. Wenn sie jetzt nicht komplett den Verstand verloren hatte, fand da draußen tatsächlich das statt, was sie sah. Sie musste diesen Dingen endlich auf den Grund gehen und sich vor ihren Nachbarn rehabilitieren!
Hastig kleidete sich die alte Frau wieder an, steckte die Taschenlampe ihres verstorbenen Gatten in die Tasche des leichten Sommermantels und folgte in einigem Abstand einer Baumaschine, die soeben von einem Bären - hat man Worte? - in Richtung Waldrand geschoben wurde.
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